Route
Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt

Per Anhalter von Deutschland nach Indien


30. August 2014
Reise
26 Kommentare

Nun ist es tatsächlich soweit. Es hatte sich angedeutet, es wurde gemunkelt, jetzt machen wir es öffentlich: Wir beginnen eine neue Reise!

Von Deutschland wollen wir auf dem Landweg bis nach Indien. Etwa 5.800 Kilometer Luftlinie, denen wir noch etliche Kilometer kreuz und quer auf der Erde hinzufügen werden. Wie gewohnt per Anhalter – soweit es möglich ist. Diesmal reisen wir mit einem Zelt, das uns noch etwas flexibler macht. Doch auch auf Couchsurfing wollen wir nicht verzichten. Zu großartig sind die Erfahrungen, die wir bisher mit diesem Netzwerk gemacht haben.

Deutschland – Tschechische Republik – Slowakei – Ungarn – Serbien – Bulgarien – Türkei – Iran – Pakistan – Indien

Uns geht es nicht darum, schnellstmöglich nach Indien zu kommen. Vielmehr wollen wir Land und Leute, Sitten und Bräuche kennenlernen. Wir sind wieder für längere Zeit unterwegs. Auf der Reise von Deutschland nach Indien werden wir acht Länder durchqueren und so reisen wir durch die Tschechische Republik, die Slowakei, Ungarn, Serbien, Bulgarien, Türkei, Iran und Pakistan bis nach Indien. Für die Strecke planen wir sechs Monate ein.

Die Reiseroute im Detail

Unsere Route führt uns zunächst durch Ost- und Südosteuropa. Eine Ecke der Welt, die wir lange stiefmütterlich behandelt haben. Doch nun sind wir gespannt auf den postsozialistischen Charme des ehemaligen Ostblocks, auf den treibenden Vibe der Städte, auf die Gastfreundschaft der Menschen. Wir durchqueren den Balkan, freuen uns auf die Diversität der Region und den gemeinsamen Nenner Slibowitz.

Unsere erste Station ist Prag. Die goldene Stadt, die Stadt Kafkas, die Stadt der Musik, die Stadt des Bieres. Prag ist vielfältig. Ein bisschen Amsterdam, ein bisschen Berlin, ein bisschen New York. Alles zur selben Zeit in der Tschechischen Republik.

Prag, Karlsbrücke

Karlsbrücke in Prag

Weiter geht es in die Slowakei nach Bratislava. Uns erwartet eine geschichtsträchtige Stadt in einem noch jungen Staat. In Bratislava trifft postsozialistischer Charme auf das moderne 21. Jahrhundert. Alte Gemäuer, Kirchen und Gassen treffen auf Galerien und moderne Cafés.

Anschließend reisen wir weiter nach Ungarn. Das schöne Budapest nimmt uns mit seinen Prachtbauten der ehemals mächtigen ungarischen Monarchen in Empfang. In der faszinierenden und abwechslungsreichen Stadt stürzen wir uns ins Nachtleben und geben uns dem einen oder anderen Bier in den Ruinenbars hin.

Leicht verkatert schlagen wir in Belgrad, Serbien auf. Spätestens jetzt verabschieden wir uns wohl vom überschwänglichen Europa, wie wir es gewohnt sind und stecken mitten drin in einem klebrigen Nährboden für Kreativität, der sich hier zwischen den alten Cafés und den modernen Clubs entlang der Donau und der Save schlängelt.

Wir trampen weiter nach Sofia und finden auch hier jede Menge Kreatives. Dem tristen Grau der Stadt tritt man hier mit bunter Farbe entgegen. Der Ostblockcharme wird aus dem Untergrund bekämpft. Doch die Stadt bietet mehr als Guerilla-Graffiti und so sind wir sehr gespannt auf Bulgariens Hauptstadt.

Während der Reise sind wir stark vom Wetter abhängig und müssen mit winterlichen Temperaturen rechnen, die uns auf dem weiteren Weg erwarten werden. Außerdem zwingen uns verschiedene Visa zur Eile. So drängt die Zeit etwas, doch spätestens in der Türkei beginnen wir wieder zu atmen. Bis hierher geben wir der Strecke den Vorrang. Doch jetzt entschleunigen wir unsere Reise. Hier, wo sich Tradition und Moderne verbinden, erfüllen wir uns ein länger gehegtes Reiseziel: Istanbul. Da wir es schon im Kulturhauptstadtjahr 2010 nicht geschafft haben in die eurasische Metropole am Bosporus zu reisen, sind wir jetzt besonders gespannt auf die quirlige Stadt, die Märkte, die Gassen und Nebenstraßen und vor allem auf die Menschen. Zuletzt erlebte Istanbul politisch aufgewühlte Zeiten, Demonstrationen und Polizeigewalt. Doch auch wenn es etwas unruhig zugeht, sind wir auf viele wunderbare Begegnungen gespannt. Und mit einem weiteren Schritt sind wir dann plötzlich in Asien.

Sultan-Ahmed-Moschee, Istanbul

Sultan-Ahmed-Moschee (Blaue Moschee), Istanbul

Weiter geht es durch ein kulturell und landschaftlich reiches Land. Entlang der Westroute trampen wir durch die Türkei. Über Izmir gelangen wir bis nach Antalya und wieder gen Norden nach Kappadokien und Ankara. Dann schlängeln wir uns entlang der türkischen Schwarzmeerküste, von der uns nur mit Begeisterung berichtet wird, Richtung Osten.

Ab Trabzon kehren wir zurück ins Landesinnere, durchqueren Ostanatolien und überqueren die Grenze in den Iran. Vom Westen politisch isoliert, hören wir in Deutschland leider häufig Schlechtes über eine der ältesten Kulturen der Welt. Nichtsdestotrotz berichten Iranreisende ausschließlich positiv über das Land und seine Menschen. Vor allem die Gastfreundschaft und Aufgeschlossenheit der Menschen locken uns in den Iran. Gerade diese Ambivalenz ist es, die uns ins alte Persien zieht. Wir wollen das Land kennenlernen, ohne uns von nuklearen Verschwörungstheorien einlullen zu lassen. Mit einem Durchschnittsalter von 27 Jahren hat der Iran eine ausgesprochen junge Bevölkerung, auf die wir uns sehr freuen. Zunächst geht es nach Täbris. Der historische Markt, einst wichtiger Handelsort auf der Seidenstraße, lockt uns in die nordiranische Stadt. Er ist einer der ältesten Märkte des Nahen Ostens und zugleich der größte überdachte Markt der Welt.

Die nächste Station heißt Teheran. Die iranische Hauptstadt ist Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturzentrum des Landes und mit ihren geschätzten 15 Millionen Einwohnern ein wahres Biest. Doch zeigt sie sich dem geneigten Besucher auch von ihrer schönen, bezaubernden Seite.

Teheran, Freiheitsturm

Freiheitsturm, Teheran

Es zieht uns weiter in die Universitätsstadt Isfahan. Die Partnerstadt Freiburgs ist bekannt für ihren ausgezeichneten Teppich- und Kunsthandwerksmarkt und ihre Prachtbauten, die wir uns nicht entgehen lassen wollen.

Weiter geht es über die altpersische Residenzstadt Persepolis bis nach Shiraz, in den „Garten des Irans“ im Süden des Landes.

Anschließend gehen wir erneut Richtung Norden in die Oasenstadt Yazd. Zwischen zwei Wüsten gelegen, blickt die Stadt auf eine etwa 5.000 Jahre alte Geschichte zurück und ist das Zentrum des zoroastrischen Glaubens – einer alten Religion von Feueranbetern.

Nun steht schon bald der vermutlich abenteuerlichste Teil unserer Reise nach Indien auf dem Programm. Pakistan. Wir wissen nicht, was uns dort erwarten wird. Sicher ist bereits, dass wir ein Visum haben. Das ändert jedoch nichts an der Lage des krisengeschüttelten Landes. Wir haben von Polizeieskorten und Einreiseschwierigkeiten für Touristen gehört. Momentan kommt es vermehrt zu Anschlägen. Wir hoffen jedoch, dass sich die Situation bald wieder beruhigt, niemand Panik verbreitet und wir einigermaßen sicher nach Quetta und Islamabad kommen. Denn eines wissen wir auch. Je schwieriger die Lage in einem Land, desto freundlicher und aufgeschlossener sind die Menschen. Wir wollen Pakistan auf keinen Fall verpassen.

Bahnhof, Quetta

Bahnhof, Quetta

Dann liegen die letzten Kilometer und nur noch eine Grenze vor uns. Wir erreichen Indien über Amritsar und befinden uns nun in einem Land, auf das wir uns schon lange freuen, dem wir aber auch einen ehrfürchtigen Respekt entgegenbringen. Indien wird zweifellos auch eine Herausforderung. Zu groß sind die Unterschiede zwischen den Welten, die sich hier auftun. Doch gerade deshalb ist Indien so spannend, deshalb reizt es uns so sehr. Unsere erste Reiseetappe, die wir in Deutschland starteten, findet hier ihr Ende.

Amritsar, Harmandir Sahib

Harmandir Sahib (Goldener Tempel), Amritsar

Begleitet uns auf unserem Weg quer durch Eurasien. Steht mit uns am Straßenrand, entdeckt spannende Orte, lernt Menschen und Kulturen kennen, genießt die Gastfreundschaft und habt Teil an unserem Abenteuer.

Vielleicht kennt ihr ja auch den einen oder anderen Menschen entlang unserer Route oder könnt uns ein paar interessante Tipps geben. Was sollten wir sehen? Was müssen wir unbedingt probieren? Was dürfen wir auf keinen Fall verpassen? Wir freuen uns von euch zu hören.

 

Dieser Beitrag wurde unterstützt von Bergzeit. Alle dargestellten Meinungen sind unsere eigenen.


Und jetzt du! Schreib uns deine Geschichte.

Um uns vor Spam zu schützen, bitten wir dich die markierten Felder auszufüllen. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

  • 30. August 2014

    Juchu! 🙂


    • nuestra america
      1. September 2014

      Und wie wir uns freuen!


  • 30. August 2014

    Schaut so aus als müsst ihr gar nimmer los. Wurde alles schon erlebt und aufgezeichnet 😉

    Gute Reise!


    • nuestra america
      31. August 2014

      Bevor wir aufbrechen, wollten wir unserer künstlerischen Ader noch etwas Freiraum geben. 😉


  • Pia
    31. August 2014

    Whoa, so viele Kulturen, durch die ihr euch wühlen werdet. Sehr toll! Viel Spaß 🙂


    • nuestra america
      31. August 2014

      Vielen Dank. Wir sind schon sehr gespannt auf alles, was da auf uns zukommt.


  • 31. August 2014

    Super Trip! Haben Freunde von mir vor ein paar Jahren auch so gemacht. Allerdings noch etwas weiter. Schöne Stop-overs habt ihr definitiv geplant. Freue mich schon auf die Berichte.
    Auf dem Weg ruhig eine der griechischen Inseln mitnehmen. Chios hat mich damals echt überrascht und grenzt gleich an die Türkei!


    • nuestra america
      1. September 2014

      Danke Peter, wir sind selbst sehr gespannt auf die Reise. Vielleicht schaffen wir es ja sogar auf eine der griechischen Inseln. Ich selbst war 2008 auf Ikaria und denke heute noch gerne an diese verrückte Insel in der Ägäis zurück.


  • 1. September 2014

    echt jetzt? boa wie cool. Viel Spaß.


    • nuestra américa
      1. September 2014

      Besten Dank. Das wird großartig.


  • 2. September 2014

    fantastisch! warum pläne? darum! reist schön und freut euch bis dahin auf diesen feinen plan!


    • nuestra america
      2. September 2014

      Vielen Dank, Markus. Bei uns steigt auch langsam die Aufregung, vor allem aber die Vorfreude!


  • 4. September 2014

    Wow cool! Ich bin gerade auf einer ähnlichen Strecke unterwegs. Ich wollte von München bis Teheran trampen, habe das aber dann nach ein paar schlechten Erfahrungen im Balkan wieder sein lassen. Allerdings habe ich viele andere Tramper getroffen die – zu zweit oder sogar in einer größeren Gruppe – kein Problem hatten.
    Ich stehe jetzt kurz vor Istanbul und werde etwa die gleiche Route durch die Türkei machen wie ihr – kann euch danach gerne CS Kontakte geben 🙂
    Viel Spaß!!


    • nuestra america
      4. September 2014

      Hallo Stefanie,
      schade, dass du ein paar schlechte Erfahrungen beim Trampen gemacht hast. Leider ist man davor nie sicher. Nichtsdestotrotz erlebst du bestimmt ein tolle Reise. Wir sind auch schon sehr gespannt. Unser Countdown läuft bereits. Es sind keine 48 Stunden mehr, bevor es los geht.

      Vielen Dank für dein Angebot mit den CS Kontakten. Darauf kommen wir gerne zurück. Wir wünschen dir weiterhin viel Spaß auf deinem Weg durch Asien. Lass es dir gut gehen und pass auf dich auf.


      • 6. September 2014

        Hi Morten,

        Bin eben im Weltreiseforum auf euer Unternehmen aufmerksam geworden. Ich war vor vielen Jahren in Indien und Nepal ein halbes Jahr unterwegs. Viel Glück, ich reise mit euch, über eure Facebook-page und bin schon gespannt was ihr berichtet!

        Viele Grüsse,
        Mike


        • nuestra america
          9. September 2014

          Vielen Dank Mike,
          wir freuen uns, dass wir dir mit unserer Reise eine Freude bereiten können. Wir nehmen dich gerne auf dieser Reise mit.


  • 7. September 2014

    Hey, klasse Trip, den ihr da plant!
    Bei mir geht es nächstes Jahr nach Australien und ich bin noch hin und her gerissen ob ich Fliege oder Trampe.

    Einen Landweg nach Indien ohne Krisengebiete scheint es nicht zu geben. Ich bin wirklich gespannt, was ihr von Pakistan berichtet!


    • nuestra america
      9. September 2014

      Wir sind auch sehr gespannt. Nach Australien zu trampen ist garantiert eine ganz große Sache. Allerdings besteht wohl die Gefahr darin, niemals in Australien anzukommen, weil der Weg dorthin zu schön ist.


  • 10. September 2014

    Hallo ihr Zwei!

    Schön von Eurem neuen Abenteuer zu hören. Am liebsten würde ich gleich mit!
    Die Tour will ich unbedingt nochmal machen, hatte mich 2009 auf den Weg gemacht, mich dann aber wegen der sich anbahnenden Revolution im Iran (leider) entschieden von Istanbul nach Delhi zu fliegen.
    Ich wünsch Euch eine unglaubliche, bereichernde und beglückende Erfahrung und freu mich auf Eure Berichte! Passt auf Euch auf!

    Oleander


    • nuestra america
      10. September 2014

      Danke Oleander,
      schade, dass es bei dir damals nicht sein sollte. Aber die richtige Zeit für deinen Trip kommt bestimmt.
      Wir wünschen auch dir alles Gute. Halt die Ohren steif.


  • 5. Oktober 2014

    Hey guys! Looks like an epic trip! Shame I can’t read German, though, I would love to follow your adventures! What you need is a Google Translate plugin 😉
    All the best and stay safe on the road!


    • nuestra america
      6. Oktober 2014

      Thanks for the best wishes. Probably Google Translate is not the best. But we might think about a plugin like this.
      Safe travels to you and have fun on the road.


  • 26. Oktober 2014

    Hi ihr beiden! Habe euren Beitrag gerade zufällig im lonelyplanet Forum gefunden und wollte euch den Link zu meinem Blog da lassen. Habe die gleiche Route leider schon hinter mir und Infos dazu auf der Seite. Vielleicht gibt es für euch ja ein paar nützliche Tips. Ansonsten könnt ihr mich auch gern anschreiben!

    Auf jeden Fall viel Spass und gute Reise!
    Andreas


    • nuestra america
      26. Oktober 2014

      Vielen Dank für den Link, Andreas. Wir sind gespannt darauf zu erfahren, wie es dir auf der Reise ergangen ist.
      Beste Grüße